Autorinnen und Autoren

und weitere Mitwirkende

Isabel Abedi »

Geboren 1967 in München, verbrachte ihre Schulzeit in Düsseldorf und begann nach einem Praktikum in Los Angeles

in Hamburg eine Ausbildung als Werbetexterin. Dreizehn Jahre schrieb sie Texte für Schokolade, Putzmittel und Füllfederhalter. In Hamburg lernt sie ihren Mann Eduardo Macedo kennen, einen Musiker aus Brasilien, der sie auf ihren Lesereisen begleitet. Ihr erstes Buch entstand aus den Geschichten, die sie ihrer Tochter erzählte, mittlerweile erscheinen ihre Bücher in verschiedenen Verlagen, sind in zahlreiche Sprachen übersetzt und sind auch als Hörbucher erhältlich. Besonders erfolgreich ist Isabel Abedis Kinderbuchreihe „Lola“. Im jüngsten Band „Lola Schwesterherz“ (2010) erfahren die Fans der blondköpfigen Lola, was sie alles unternimmt, um sich optimal auf die Geburt ihres Geschwisterchens und ihre kommende Große-Schwester-Rolle vorzubereiten. www.isabel-abedi.de Foto: ©Hergen Schimpf

Christoph Wilhelm Aigner »

Geboren 1954 in Wels, studierte nach der Matura in Salzburg, finanzierte sein Studium als Fußballer, schlug dann eine

journalistische Laufbahn ein, seit 1985 lebt er als freier Schriftsteller in Salzburg und Mittelitalien, von 1985 bis 1997 war er Verleger der „Salzburger AV Edition“. Der als Lyriker bekannt gewordene und hoch gelobte Dichter (u.a. Erich Fried, Sarah Kirsch) verfasste auch Prosa, den Roman „Die schönen bitteren Wochen des Johann Nepomuk“ (2006) und übersetzte u.a. die weltliche Dichtung des Mönchs von Salzburg und Gedichte von Giuseppe Ungaretti. Er erhielt zahlreiche Preise, u.a. „Anton-Wildgans-Preis“ (2004) und „Österreichischer Würdigungspreis für Literatur“ (2006). Christoph W. Aigners neuer Text „Eigenleben oder wie schreibt man eine Novelle“ (2011) ist zu einer Serie von im Band enthaltenen 41 Polaroid Collagen in Marina di Cecina und Rieti entstanden: „Merkwürdige Ereignisse in Italien“.

 

Foto:  ©Jürgen Bauer

Bas Böttcher »

Geboren 1974 in Bremen, studierte in Weimar Mediengestaltung, lebt in Berlin und auf Reisen und zählt zu

den bekanntesten deutschen Spoken-Word-Poeten und Mitbegründern der Poetry-Slam-Szene, mehrfach gewann er in den 1990er Jahren den Poetry-Slam-Preis der Literaturwerkstatt Berlin. Mit seinen kulturkritischen Lyrik-Performances sorgt er für Aufsehen, die auch nachzulesen und zu hören sind, u.a. „Dies ist kein Konzert“ (2006) und „Neonomade“ (2009). Darüber hinaus arbeitet er an „Poetry Clips“ und baute die Textbox, eine Sprecherkabine aus Plexiglas, in der Poeten auftreten, die das Publikum sehen und über Kopfhörer in Studioqualität hören kann. Die Textbox machte bereits auf vielen Buchmessen Station. „Böttcher ist ohne Frage gut. Er hat enormes Sprachtalent, spielt mit Klang, Doppeldeutigkeit und Rhythmus.“ (FAZ) www.basboettcher.de

Foto: ©Buessemeier

Dorothee Elmiger »

Geboren 1985 in Wetzikon (Schweiz), wuchs in Appenzell auf, studierte am Schweizer Literaturinstitut in Biel und

verbrachte ein Semester am deutschen Literaturinstitut in Leipzig, übersiedelte dann nach Berlin, wo sie seit 2009 Politikwissenschaft studiert. Für einen Ausschnitt aus ihrem Debütroman „Einladung an die Waghalsigen“ (2010) erhielt sie beim Ingeborg Bachmann-Wettbewerb den Kelag-Preis, für den Roman wurde sie mit dem Aspekte-Preis 2010 und dem Rauriser Literaturpreis 2011 ausgezeichnet. Die Autorin schickt in ihrer Sammlung von Fragmenten zwei Schwestern in einer verwüsteten Landschaft eines verlassenen Kohlereviers auf eine Expedition nach ihrer Herkunft und dem Fluss Buenaventura, denn Dorothee Elmiger ist überzeugt: Nur wer seine Geschichte kennt, kann in seine Zukunft aufbrechen. „Das Buch ist nicht nur waghalsig, es ist kühn und poetisch, es ist literarisch klug und ohne Prätention rätselhaft.“ (R. Bucheli, NZZ)

Foto: ©Dumont Verlag

Antonio Fian »

Geboren 1956 in Klagenfurt/Celovec, lebt seit 1976 in Wien und kommentiert in seiner Prosa und den Dramoletten

das österreichische Kultur- und Geistesleben. Sie erscheinen regelmäßig in der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“ und in bisher fünf Sammelbänden, zuletzt in „Man kann nicht alles wissen“ (2011). Er wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. Österreichischer Staatspreis für Kulturpublizistik (1990) und Johann-Beer-Literaturpreis (2009). Die Texte für seine satirischen Kurzdramen muss Fian nicht erfinden, sie werden ihm von Künstlern und Politikern gespendet und fordern ihn zu aberwitzig komischen Verfremdungen heraus. „In ihnen konzentriert er die aus dem Schaum der köchelnden Mediensuppe aufsteigenden Rülpser des Zeitgeschehens, baut aus vagen gesellschaftlichen Stimmungen kleine, absurde Alltags-Miniaturen, die gleichermaßen Schmunzeln wie Erschrecken erzeugen.“ (W. Huber-Lang, APA) „Das ist schwarzer Humor vom Feinsten.“ (FAZ) Foto: ©Nikolaus Korab 

Zsuzsanna Gahse »

Geboren 1946 in Budapest, floh mit ihren Eltern nach dem Ungarnaufstand 1956 nach Wien, lebt als Schriftstellerin

und Übersetzerin (u.a. Péter Esterházy, Péter Nádas, Ottó Tolnai) seit 1998 in Müllheim/Kanton Thurgau in der Schweiz. Für ihre über zwanzig Veröffentlichungen wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u.a. Adalbert-von-Chamisso-Preis (2006), Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung (2010). In ihrem Roman „Nichts ist wie oder Rosa kehrt nicht zurück“ (1999) erzählt sie von der Flucht einer Mutter mit ihrer Tochter aus Ungarn, ihr Roman „Oh, Roman“ (2007) ist eine Kranken- und Liebesgeschichte über Vergessen und Erinnern. In ihrem jüngsten Buch „Donauwürfel“ (2010) erzählt Zsuzsanna Gahse vom Leben am, in, auf, über, gegen und mit dem Wasser. „Die Rede staut sich, um dann wieder zu strömen, zum nächsten Ufer, zum nächsten Ort. (…) Als Leser kann man sich der Bewegung des Flusses, die zugleich eine Denkbewegung ist, einfach anvertrauen.“ (Nico Bleutge, Süddeutsche Zeitung) www.zsuzsannagahse.ch

Foto: ©Yvonne Böhler

Katja Gasser »

Geboren 1975 in Klagenfurt/Celovec, dissertierte über Ilse Aichinger und Günter Eich; von 1999-2001 Universitätslektorin

in Oxford/London, danach zunächst freie Journalistin in Wien, vor allem für Ö1/ORF: Feature-Arbeiten zu unterschiedlichsten Personen und Themen (Ilse Aichingers Schwester Helga Michie, Ivan Cankar, Juli Zeh etc.); seit 2005 Redakteurin in der Kulturabteilung des ORF-Fernsehens, seit Ende 2008 Leitung des Literaturressorts. Berichterstattung über internationale Gegenwartsliteratur (Gespräche mit Hans Magnus Enzensberger, Peter Handke, Margaret Atwood, Peter Turrini, Günter Grass, Salman Rushdie u.a.) filmische Arbeiten mit/über Marica Bodrozic und Friederike Mayröcker. Seit 2008 in der Jury des Wartholz-Literaturwettbewerbs; Moderationen diverser Literaturveranstaltungen: Fokus auf Literatur aus dem südosteuropäischen Raum.

Max Goldt »

Geboren 1958 in Göttingen, lebt in Berlin und auf Lesereisen als Schriftsteller und Musiker, mit Gerd Pasemann bildete

er zusammen das Musikduo „Foyer des Arts“, mit Stephan Katz veröffentlichte er zahlreiche Comicbücher. In seinem neuen großformatigen Buch „Gattin aus Holzabfällen“ (2010) demonstriert er, wie kleine Eingriffe aus obskuren Bildern Literatur machen. Zu absurden Schnappschüssen, Werbemotiven oder Bildern aus dem deutschen Privatleben erzählt er kleine komische Geschichten. 2008 erhielt er den Hugo-Ball-Preis und den Kleist-Preis, in seiner Laudatio charakterisiert ihn Daniel Kehlmann: „Nichts ist zu nebensächlich und klein, aber auch nichts zu groß, um Gegenstand seiner milden Aufmerksamkeit und scharfen Intelligenz zu werden. Max Goldts Texte haben die für das literarische Gelingen keinesfalls notwendige, aber für das Dasein des Lesers sehr hilfreiche Eigenschaft, dass seine Urteile in praktisch allen Fällen stimmen.“ www.katzundgoldt.de Foto: Billy+Hells

Ernst-Wilhelm Händler »

Geboren 1953 in München, studierte Betriebswirtschaftslehre und Philosophie in München, danach übernahm er die

Geschäftsführung des familieneigenen Unternehmens in der Metallverarbeitung. Er lebt als Unternehmer und Schriftsteller in Regensburg und München und schreibt in seinen Büchern über die Auswirkungen des Kapitalismus auf die Psyche der Menschen. Für seine Romane u.a. „Wenn wir sterben“ (2002), „Die Frau des Schriftstellers“ (2006) erhielt er 2006 den Hans-Erich-Nossack-Preis. In seinem jüngsten Roman „Welt aus Glas“ (2009) erzählt er von einem ungleichen Ehepaar in ökonomischen Schwierigkeiten: Beide versuchen unabhängig voneinander ihre Galerie für Glaskunst in New York zu retten. „Tief ins Glas geschaut: Ernst-Wilhelm Händler schreibt sich in die klassische Moderne zurück und steckt das schmutzige Geschirr des kriselnden Kapitalismus in die Seelenspülmaschine.“ (O. Jungen, FAZ) Foto: ©Laura J. Gerlach

Harald Hartung »

Geboren 1932 in Herne, studierte Germanistik und Philosophie in Münster und München, arbeitete als

Gymnasiallehrer und ging dann nach Berlin, wo er bis 1998 als Professor für Deutsche Sprache und Literatur wirkte. Er ist Herausgeber, Essayist, Literaturkritiker und Lyriker. Für seine zahlreichen  Bücher erhielt er u.a. den Würth-Preis für Europäische Literatur (2004) und den Johann-Heinrich-Merck-Preis (2009). Auch in seinem jüngsten Gedichtband „Wintermalerei“ (2010) erweist sich Harald Hartung als genauer Beobachter voller Empathie und setzt der Welt der Kälte Bilder entgegen, die jäh aufleuchten – für den Melancholiker, der weiß, dass Zuflucht zur Apokalypse schlicht sinnlos ist, ist das Gedicht Hoffnung wider alle Hoffnung. „Groß und ergreifend in seiner ruhigen Untröstbarkeit ist vieles am Spätwerk dieses Lyrikers, der zu Unrecht noch nicht den Rang eines der Allerersten genießt.“ (M. Maar, FAZ) Foto: ©Jürgen Bauer

Ina Hartwig »

Geboren 1963 in Hamburg, studierte Romanistik und Germanistik in Avignon und Berlin, Lehrtätigkeit an der FU Berlin,

 längere Jahre Literatur-Redakteurin bei der „Frankfurter Rundschau“, von 2003-05 Mitherausgeberin der Zeitschrift „Kursbuch“, Gastprofessuren für Literaturkritik in St. Louis/USA und Göttingen, lebt als freie Kritikerin und Autorin in Frankfurt. Für ihre Arbeit als Literaturkritikerin wurde ihr 2011 der Alfred-Kerr-Preis verliehen. In seiner Laudatio „Klarheit – Literatur als Passion. Liebeserklärung an die Kritikerin Ina Hartwig“ hob der Schriftsteller Clemens Meyer hervor, dass „vor allem die Leser dankbar sein können, für diese Klarheit und dieses Licht, das sie in die Rätsel und geheimnisvolle Welt der Literatur bringt.“ In ihrer Arbeit „nimmt sie sich Zeit ohne zu pauschalisieren, versucht ihre Thesen zu belegen, gibt dem Schriftsteller und dem Text Raum, handelt nicht einfach nur ab.“
Foto: U li Römer

Malte Herwig »

Geboren 1972 in Kassel, studierte Literaturwissenschaft, Geschichte und Politikwissenschaft in Mainz, Oxford und

Harvard und promovierte mit einer Arbeit über Naturwissenschaft im Werk Thomas Manns am Merton College in Oxford. Er lebt heute als Autor, Journalist und Literaturkritiker in Berlin, sein Buch „Eliten in einer egalitären Welt“ (2005) löste eine Debatte über deutsche Eliteuniversitäten aus. Für seine Biographie „Meister der Dämmerung: Peter Handke“ (2010) führte er lange Gespräche mit dem Dichter, dessen Verwandten, Weggefährten, Kontrahenten und hatte uneingeschränkten Zugang zu Handkes Tagebüchern und seiner Korrespondenz. Seine Recherchen ermöglichen ihm eine sehr persönliche Perspektive auf eine kontroverse Persönlichkeit. Malte Herwig ist „ eine spannende Lebens- und Werkgeschichte gelungen, die, gerade weil sie den unvoreingenommenen Blick riskiert, zu einer Neubewertung des Dichters einlädt.“ (O.A. Böhmer, FAZ) www.malteherwig.com

Foto: ©Kimberly Ochs

Jörg Hilbert »

Geboren 1965, studierte Kommunikations-Design in Essen, lebt als Kinderbuchautor und -zeichner im

Ruhrgebiet. Sein erstes Buch veröffentlichte er 1988, seither sind ungefähr sechzig Bücher, Notenausgaben, CDs und andere Medien erschienen, am bekanntesten sind seine Ritter-Rost-Kinderbuchmusicals (Musik v. Felix Janosa), die auch zu den beliebtesten Kinderstücken im deutschsprachigen Raum gehören. Im Frühjahr 2011 startet Jörg Hilbert eine von ihm geschriebene und gezeichnete Detektivserie mit dem ersten Band „Karo und Blaumann – Der fliegende Eiffelturm“. Karo, ein ewig karierter Sohn aus alter Detektiv-Dynastie, und Blaumann, eine superschlaue Adelstochter mit Schwäche für Maschinen, ermitteln im ersten Fall, in dem es um Gartenzwerge geht, die gar nicht harmlos sind. www.joerghilbert.de Foto: Ruhr2010 KNSYPhotographie

Doris Knecht »

geboren 1966 in Vorarlberg, lebt mit ihrer Familie in Wien und im Waldviertel. Knecht gehört zu den originellsten

und witzigsten Stimmen des österreichischen Journalismus. Sie ist Kolumnistin des Kurier und schreibt wöchentlich Kolumnen für den Falter, die in bereits vier Bänden erschienen sind, zuletzt „Darfs sonst noch was sein? Mehr Geschichten vom Leben unter Kindern“ (2010). In ihrem ersten Roman „Gruber geht“ erzählt sie pointenreich vom neurotischen Leben der Großstädter und von einem Helden, in dem sich jeder wiedererkennt – auch wenn er gar nicht will. www.dorisknecht.com

Gabriele Kögl »

Geboren 1960 in Graz, absolvierte ein Studium an der Filmakademie in Wien, wo sie als Schriftstellerin von Romanen,

Theaterstücken und Verfasserin von Drehbüchern für Kurz- und Dokumentarfilme lebt. Für ihre bisher vier Buchpublikationen und einige Theaterstücke erhielt sie zahlreiche Preise, u.a. Alfred-Gesswein-Literaturpreis (2005). In ihrem jüngsten Roman „Vorstadthimmel“ (2011) entzaubert sie auf bösartig lakonische Art und Weise einen Mann, der sich für einen großartigen Vater, wundervollen Ehemann und phantastischen Liebhaber hält – als seine langjährige Geliebte schwanger wird, gerät seine Konstruktion ins Wanken. In rasanten Perspektivwechseln zeichnet Gabriele Kögl mit leichter Hand Charakterstudien, die unter die Haut gehen, und entlarvt Klischees zeitgenössischer Familienmodelle. Foto: ©Dirk Opitz

Cvetka Lipuš »

Geboren 1966 in Bad Eisenkappel/Zelezna Kapla, studierte an der Universität Klagenfurt Vergleichende

Literaturwissenschaft und Slawistik, ab 1995 lebte und arbeitete sie in den USA, wo sie an der Universität Pittsburgh das Studium der Bibliotheks- und Informationswissenschaften absolvierte, seit 2009 lebt sie in Salzburg. Sie zählt zu den wichtigsten slowenischsprachigen österreichischen LyrikerInnen und veröffentlichte sieben Gedichtbände. In deutscher Übersetzung von Klaus Detlev Olof erschien zuletzt „Belagerung des Glücks“ (2010), in dem sie in ihren lakonischen Wortgebilden topographisch Erinnerungen und Körperwahrnehmungen auslotet. In seinem Vorwort zur slowenischen Ausgabe „Obleganje srece!“ schreibt Tomaz Toporisic: „Ihre Sprache ist durchlässig, mit ihr und durch sie fließen verschiedene Intertexte: dichterische Figuren, alltägliche Slogans, aufgelesene Passagen aus man weiß nicht mehr welchen Büchern.“ Foto: Marko Lipuš

Sigrid Löffler »

Geboren 1942 in Aussig/Usti nad Labem in Tschechien, wuchs in Wien auf und studierte Anglistik, Germanistik,

Philosophie und Pädagogik, sie arbeitete u.a. bei der Tageszeitung „Die Presse“, von 1972-1993 gehörte sie der Redaktion des Nachrichtenmagazins „Profil“ an, von 1996-99 war sie Feuilletonchefin der Wochenzeitung „Die Zeit“, von 1988-2000 Teilnehmerin der ZDF-Sendung „Das literarische Quartett“, von 2000-2008 Herausgeberin der Literaturzeitschrift „Literaturen“, lebt als freie Publizistin und Literaturkritikerin in Berlin, Jurorin der SWR-Bestenliste. Für ihre Publikationen wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u.a. Österreichischer Staatspreis für Kulturpublizistik (1992), Ehrendoktorwürde der Universität Bielefeld (2010). Sigrid Löffler zählt zu den profiliertesten deutschsprachigen LiteraturkritikerInnen und hat das Werk Peter Handkes kritisch begleitet.

Dörte Lyssewski »

Geboren 1966, studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg und erhielt nach ihrem Studium

1989 ihr erstes Engagement von Peter Stein an der Schaubühne Berlin. Nach einigen Jahren als freie Schauspielerin arbeitete sie von 2000- 06 in Bochum, von 2004-09 war sie u.a. Gast am Berliner Ensemble, dem Deutschen Theater, der Volksbühne Berlin, am Schauspielhaus Zürich und an der Pariser Oper, seit 2009 ist sie Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters. Von 1999 bis 2001 spielte sie in Salzburg an der Seite von Ulrich Tukur die Buhlschaft im „Jedermann“. Derzeit ist sie am Burgtheater u.a. in der Uraufführung des neuen Stücks „Das blinde Geschehen“ von Botho Strauß zu sehen. Neben ihrer Theaterarbeit trat Dörte Lyssewski in einigen Filmen auf und lieh Cate Blanchett in der Verfilmung der „Herr der Ringe“-Trilogie ihre Synchronstimme.  Beim Literaturfest Salzburg liest sie aus Peter Handkes Erzählung „Die linkshändige Frau“. Foto: ©Foto3

Peggy Mädler »

Geboren 1976 in Dresden, lebt und arbeitet als freie Dramaturgin und Regisseurin in Berlin. Sie ist

Mitbegründerin des Künstlerkollektivs „Labor für kontrafaktisches Denken“. Sie erhielt ein Promotionsstipendium der Heinrich-Böll-Stiftung, ein Autorenstipendium des Künstlerdorfs Schöppingen und das Alfred-Döblin-Stipendium der Berliner Akademie der Künste. In ihrem Debütroman „Legende vom Glück des Menschen“ erkundet sie in einer Familienrecherche im Osten Deutschlands, wie private Erinnerung und politische Geschichte zueinander stehen und ob und wie Glück zu finden ist. „Peggy Mädler erzählt von einer Suche über drei Generationen nach Selbstvergewisserung, nach dem: wo komme ich her, wo stehe ich und wo gehe ich hin. Die ‚Legende vom Glück des Menschen’ ist ein Buch von der gefundenen Zeit.“ (Christoph W. Aigner) Foto: ©Andreas Rost

Anna-Elisabeth Mayer »

Geboren 1977 in Salzburg, absolvierte in Wien ein Studium der Philosophie und Kunstgeschichte, anschließend gab sie

Alphabetisierungsunterricht für Migranten. Ein Zweitstudium schloss sie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig ab, für ihre Texte erhielt sie bereits mehrere Literaturstipendien. 2010 erschien ihr Debütroman „Das Fliegengewicht“, in dem Anna-Elisabeth Mayer das Kunststück gelingt, ebenso lakonisch wie berührend über drei ältere Damen und eine junge Frau in einem Krankenzimmer einer Herzstation zu erzählen. „Es ist nichts geringeres als die Zerbrechlichkeit des Lebens, der hier kammerspielartig an den Leib gerückt wird - das Resultat: ein Text, dem es gelingt, von den Widersprüchen und Abgründen der Existenz zu erzählen und ihnen zugleich, leichtsinnig-schwebend, mit viel Sinn für Witz im Gepäck, konternd zu entfliehen.“ (K. Gasser, ORF) Foto: ©Katarina Kusicic

Christian Lorenz Müller »

Geboren 1972 in Rosenheim, gelernter Trompetenbauer, berufliche Gesellen- und literarische Lehrjahre in

St. Gallen, Linz und München, lebt in Salzburg. Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften (u.a. „Konzepte“), Teilnehmer an textwerk-Seminaren des Literaturhauses München und des Lyrik-Kabinetts München. In seinem Debütroman „Wilde Jagd“ erkundet Christian Lorenz Müller die Geheimnisse eines schweigsamen Bewohners des ländlichen Alpenraums. Emmeran schnitzt lieber behörnte Holzmasken als zu reden, doch dann verliebt er sich in die wortgewandte Katja, die das Reden einfordert. „Hier jubelt einer darüber, dass er nicht beherrscht wird von der Sprache. Er zeigt uns, was er drauf hat, wie ihm die Wörter zufliegen. Er jongliert damit, dass es eine Freude ist.“ (A. Thuswaldner, Frankfurter Rundschau) www.christian-lorenz-mueller.de Foto: G. M. Kriks

 

Melinda Nadj Abonji »

Geboren 1968 in Becsej (Serbien) als Tochter einer der ungarischen Minderheit angehörigen Familie, emigrierte 1973 mit

ihrer Familie in die Schweiz, wo sie in Zürich als deutsch schreibende Schriftstellerin und Musikerin lebt. 2004 erschien ihr mehrfach ausgezeichnetes Debüt „Im Schaufenster im Frühling“. Für ihren autobiographisch grundierten Roman „Tauben fliegen auf“ (2010), in dem sie schwungvoll und gewitzt vom Erwachsenwerden in einer Migrantenfamilie erzählt, erhielt sie den Deutschen und Schweizer Buchpreis 2010. „Das ist sie also: die zeitgemässe Form, über Emigration, entschwindende Heimat und das Leben im Dazwischen zu schreiben. Mit Humor, pointierter Wehmut und rhythmischem Sound.“ (S. Birrer, NZZ)

In Salzburg wird Melinda Nadj Abonji nach ihrer Lesung gemeinsam mit dem Rapper Jurczok 1001 als Musikerin (Gesang, Geige) zu sehen und zu hören sein – ein Ereignis! Foto: Gaetan Bally

Claudia Ott »

Geboren 1968, studierte Orientalistik in Jerusalem, Tübingen und Berlin und promovierte im Fach Arabistik,

von 1993-98 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FU Berlin, seit 2000 arbeitet sie am Seminar für Orientalische Philologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Sie ist Mitglied mehrerer internationaler Ensembles für orientalische Musik. In ihrer hoch gelobten ersten deutschsprachigen Übersetzung nach der ältesten arabischen Handschrift von „Tausendundeine Nacht“ (2004) führt sie uns mit Frische und Ungezwungenheit durch das Labyrinth orientalischer Erzählkunst, dass man meint Schaharasad selbst zu hören. „… mal dramatisch, mal komisch, mal erotisch – immer jedoch von höchster Poetizität. Claudia Otts Übersetzung ist, zum Lesen wie zum Hören, ein wunderschönes Buch.“ (F. Niewöhner, Süddeutsche Zeitung) www.tausendundeine-nacht.com Foto: Stefan Simonsen

Erica Pedretti »

Geboren 1930 in Šternberk/Tschechien, verbrachte die ersten Lebensjahre in Nordmähren und Berlin, 1945 wurde die

Familie zwangsausgesiedelt und fand in der Schweiz, der Heimat der Großmutter väterlicherseits, Aufenthalt. In Zürich besuchte sie die Kunstgewerbeschule. 1950 musste die Familie, die keine Aufenthaltsgenehmigung erhielt, das Land wieder verlassen und emigrierte in die USA. 1952 kehrte Erica in die Schweiz zurück und heiratete den bildenden Künstler Gian Pedretti. Sie lebt im Engadin und in La Neuveville am Bieler See als Schriftstellerin, Objektkünstlerin und Malerin. Für ihre Arbeiten erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, u.a. Mitteleuropäischer Literaturpreis Vilenica (1999), Literaturpreis des Kantons Bern (2010). Auch in ihrem jüngsten Prosatext „fremd genug“ (2010) erzählt sie skizzenhaft und beeindruckend einfach von den Stationen ihrer Lebensreise, von Abreisen und Ankünften, Flucht und Vertreibung. Foto: Yvonne Böhler

Ulrike Almut Sandig »

Geboren 1979 in Großenhain, absolvierte ein Studium der Religionswissenschaft und Indologie sowie eines am deutschen

Literaturinstitut Leipzig, das sie 2010 abschloss. Sie lebt in Leipzig und schreibt Gedichte, Prosa und Hörspiele, von 2007-09 gab sie gemeinsam mit Jan Kuhlbrodt die Literaturzeitschrift EDIT heraus. Ihr erster Erzählband „Flamingos“ erschien 2010 und war auf der Short-List für den Rauriser Literaturpreis nominiert. Sie erhielt bereits zahlreiche Preise und Stipendien, u.a. Leonce-und-Lena-Preis (2009), Buchpreis der unabhängigen Verlage (2010). In ihrem jüngsten Gedichtband „Dickicht“ (2011) ist sie unterwegs zu imaginären Gebieten, die lange Reise führt sie vom Norden in einen magisch phantastischen Süden, dazwischen liegt die Mitte der Welt, zuhause ist das lyrische Ich dort, wo es dichtet, mit beiden Beinen in der Wirklichkeit und einem Kopf voller Wünsche und Träume. www.ulrike-almut-sandig.de Foto: Nils Kinder

Christian Schacherreiter »

Geboren 1954 in Linz, Studium der Germanistik und Geschichte in Salzburg, lebt als Direktor des

Georg von Peuerbach-Gymnasiums, Lehrbeauftragter für Literatur an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz, Literaturkritiker und Kolumnist der OÖN und Moderator zahlreicher Literatur- und Bildungsveranstaltungen in Linz. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Literatur und Sprache und deren Didaktik. In seinem autobiographischen Essay „Diese ernsten Spiele“ (2011) erinnert er sich an seine geglückte „Kindheit im Innviertel“. Christian Schacherreiter findet, es müsse auch möglich sein, dass ein „normaler“ Mensch von einer „normalen“ und eben deshalb repräsentativen Kindheit und Jugend erzählt. Vieles von dem, was sein Leben und Denken heute ausmacht, nicht zuletzt das lebhafte Interesse für die intellektuelle und künstlerische Auseinandersetzung mit der Welt, wurde im metropolenfernen Innviertel der 60er Jahre vorbereitet. www.christianschacherreiter.blogspot.com Foto: H. Mollnhuber

Sabine Scholl »

Geboren 1959 in Oberösterreich, studierte Germanistik, Geschichte und Theaterwissenschaft in Wien, seit

1990 lebt sie nach Aufenthalten in Chicago, New York und Japan derzeit in Berlin als freie Schriftstellerin und Lehrbeauftragte an diversen Universitäten, u.a. am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. Für ihre zahlreichen Bücher wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u.a. Österreichischer Förderungspreis für Literatur (1995), Elias-Canetti-Stipendium (2006). Im ersten Fall „Giftige Kleider“ (2010) von Sabine Scholls Krimi-Serie „Fashion Victims“ ermittelt Gina Sonnenfels, Ex-Model und Ex-Modejournalistin aus Österreich, in der Modewelt: Während einer Touristikmesse in Berlin wird eine Mitarbeiterin der österreichischen Botschaft tot aufgefunden, im Dirndlkleid. In ihrem zweiten Fall „Tödliche Tulpen“ (2011) muss Gina Sonnenfeld im türkischen Wien ermitteln. www.sabinescholl.com Foto: Deuticke Verlag

Susanne Stephan »

Geboren 1963 in Aachen, studierte Germanistik, Geschichte und Romanistik in Tübingen, Konstanz, Hamburg und

Paris. Nach dem Studium arbeitete sie in verschiedenen Verlagen, seit 1995 lebt sie als freie Autorin, Übersetzerin und Lektorin in Stuttgart. Für ihre Buchveröffentlichungen und Beiträge in Zeitschriften und Anthologien erhielt sie Stipendien und Preise, u.a. Thaddäus-Troll-Preis (2007). In ihrem Gedichtband „Gegenzauber“ (2008) gelingt Susanne Stephan eine aufregende Verschränkung von Prähistorie und Gegenwart. „Anders als der Urahn aus der Frühzeit, betreibt sie keine Beschwörungsrituale; sie sinniert über Lebensrätsel und existenzielle Situationen. Dennoch müht sie sich nicht an Gedankengerippen ab, sondern entwirft fein durchbrochene Texte mit Laut und Bildechos, die Geheimnisse zu ergründen suchen und sie zugleich bewahren. Der Widerhall aus prähistorischer Zeit weht bis in die Supermärkte der Gegenwart.“ (D. v. Törne, Die literarische Welt) www.susannestephan.de  Foto: Karina Schiel

Wolf Wondratschek »

Geboren 1943 in Rudolstadt/Thüringen, studierte Literaturwissenschaft, Philosophie und Soziologie an den

Universitäten Heidelberg, Göttingen und Frankfurt, seit 1967 lebt er als freier Schriftsteller in München, seit Mitte der 1990er Jahre auch in Wien. Er wurde als Autor von Gedichten und Kurzprosa in den 1970er Jahren bekannt, die hohe Auflagen erzielten und ihn als einen der wenigen deutschsprachigen Rock-Poeten etablierten. In den vergangenen Jahren veröffentlichte er vermehrt Prosatexte, er schreibt auch Hörspiele und Drehbücher. In seinem jüngsten Roman „Das Geschenk“ (2011) lässt er den Machohelden seines berühmtesten Gedichtbands „Chuck’s Zimmer“ (1974) als zweiundsechzigjährigen Mann wieder auftauchen. Er ist Vater eines rebellischen vierzehnjährigen Sohnes, dem er aus seinem turbulenten und wildem Leben erzählt – „ein Rückblick, melancholisch und kämpferisch zugleich.“ (SWR-Bestenliste) Foto: Dieter Röseler

Die Sprache: ein Fest.