Komisch bis Klangvoll - die Eröffnung

Elf Jahre ist es her, seit die Idee zu einem Salzburger Fest für die Literatur geboren wurde und wir sind stolz, dass wir so vielen ZuhörerInnen immer wieder Freude bereitet haben“, so Jochen Jung, der gemeinsam mit Christa Gürtler und Klaus Seufer-Wasserthal das Programm des Literaturfestes gestaltet. Vier fantastische AutorInnen haben das Jubiläumsfestival auf ihre ganz eigene Art eröffnet und bereits am ersten Abend gezeigt, wie abwechslungsreich Literatur sein kann. 

Vom „Stottern und Poltern“ handelt das Werk des Schweizer Dramatikers und Spoken-Word-Poeten Guy Krneta, der mit viel Tempo und Witz das Sprechen selbst in den Mittelpunkt gerückt hat. In eine ganz andere Welt entführte Sabine Gruber die ZuhörerInnen. Sie begibt sich in ihrem Roman „Daldossi oder Das Leben des Augenblicks“ tief in die Lebenswelt eines Kriegsfotografen und zeichnet dessen Erlebnisse nach.

Absurd komische Geschichten von der Supermarktkasse oder der kitschigen Liebe eines Paares, erzählte die Berliner Satirikerin Kirsten Fuchs. Mit Franz Schuh, der ebenso klug wie persönlich über das Glück philosophiert hat, endete der fulminante Eröffnungsabend.

Dass ein Leben ohne Literatur sinnlos ist, darüber waren sich gestern Abend die Eröffnungsredner des 10. Literaturfestes einig: LAbg. Simon Heilig-Hofbauer, GR Sebastian Lankes und Gastgeber Jochen Jung betonten die Bedeutung der Literatur für jeden Einzelnen, aber auch für die Stadt Salzburg. Über 350 AutorInnen aus dem deutschsprachigen Raum und an die 50 MusikerInnen und SchauspielerInnen waren in den letzten zehn Jahren zu Gast beim Literaturfest. Prominente Namen aus der Welt der Literatur und Bühne, ebenso wie viele DebütantInnen gaben dem Fest seinen unverwechselbaren Charakter.  Das grüne Jubiläumsbooklet liest sie wie ein Who is Who der Szene. Deshalb meinte Jochen Jung auch zum Abschluss des Abends, dass schon eine gute Portion Wehmut mitschwinge, wenn er sich jetzt als aktiver Kurator des Festivals nach zehn Jahren zurückzieht. „Der Bart wird immer weißer, ich nicht jünger und ich möchte meine Kräfte sortieren“, sagt Jochen Jung.

In den kommenden Tagen werden unter dem Motto „Schöne Aussichten“ rund 40 AutorInnen an verschiedenen Orten der Stadt lesen, diskutieren und performen.

 

Foto: Sabine Gruber, Kirsten Fuchs, Franz Schuh, Guy Krneta, Jochen Jung, Christa Gürtler, Klaus Seufer-Wasserthal (c) Erika Mayer

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