Das war Festtag 2

Nach der erfolgreichen Eröffnung des 12. Literaturfestes Salzburg am Mittwochabend steht nun auch Tag zwei des Literaturfestes ganz im Sinne des diesjährigen Mottos „Etwas mit der Sprache machen“: TOMER GARDI macht die Freiheit und Unfreiheit der Sprache zum Thema, LEO TUOR spricht über das Wirken von Sprache und Raum aufeinander und NORA GOMRINGER interpretiert mit GÜNTER BABY SOMMER Günter Grass‘ letztes Werk mit viel Lust am Spiel mit der Sprache.

Nach der erfolgreichen Eröffnung des 12. Literaturfestes Salzburg am Mittwochabend steht nun auch Tag zwei des Literaturfestes ganz im Sinne des diesjährigen Mottos „Etwas mit der Sprache machen“: TOMER GARDI macht die Freiheit und Unfreiheit der Sprache zum Thema, LEO TUOR spricht über das Wirken von Sprache und Raum aufeinander und NORA GOMRINGER interpretiert mit GÜNTER BABY SOMMER Günter Grass‘ letztes Werk mit viel Lust am Spiel mit der Sprache.

Auch die AutorInnen, die am zweiten Festtag auftreten, setzen sich intensiv mit der Sprache auseinander. Den Auftakt macht TOMER GARDI in der academy café-bar mit einer Lesung aus seinem neuen Roman „Sonst kriegen Sie Ihr Geld zurück“, in dem Macht und Herrschaft, Freiheit und Unfreiheit der Sprache zentrale Themen darstellen. Im Gespräch mit Petra Nagenkögel (Verein prolit) erzählt der Autor von seiner persönlichen Auffassung von Sprache und eigenen Beobachtungen, die einen Zusammenhang zwischen Sprache und der Zulänglichkeit eines Menschen, der Offenbarung seiner Persönlichkeit, erkennen lassen. Die deutsche Standardsprache sieht er als eine Art Grenze, die man zwischen sich und der Außenwelt zieht, um die eigene Intimsphäre zu schützen.

Am Nachmittag war der rätoromanische Schweizer Autor LEO TOUR in der ARGEkultur mit einer zweisprachigen Lesung aus der Erzählung „Cavrein“ zu hören – auf Deutsch und der Minderheitensprache Rätoromanisch. Die Erzählung selbst ist nicht nur ein Buch über die Jagd in den Bergen der Surselva, sondern soll in weiterer Folge die Frage aufwerfen, wie Sprache und Raum aufeinander (ein-)wirken und geografische Grenzen Sprachinseln bilden und erhalten und zuweilen sogar (Sprach-)konservierende Wirkung haben können. Im Gespräch mit Jens Badura (Leiter der creativeALPSlab) wurde auch das Thema der literarischen Übersetzungen aufgegriffen – Tour schreibt in seiner Muttersprache Rätoromanisch und lässt seine Bücher übersetzen.

Am Donnerstagabend geben die Spoken-word-Künstlerin NORA GOMRINGER und Jazzmusiker GÜNTER BABY SOMMER im Jazzit:Musik:Club erstmals in Österreich ihr Programm „Günter Grass: Grimms Wörter“ zum Besten. Günter Grass‘ letztes Werk, mit großer Lust an dem Spiel mit der Sprache von Gomringer und Sommer neuinterpretiert, erzählt mit viel Sprachwitz die Entstehungsgeschichte des von den Gebrüden Grimm erarbeiteten „Deutschen Wörterbuchs“, verknüpft mit Zeitgeschichte. Auf der Bühne schmiegt sich das gesprochene Wort an Geräuschkulissen, die der Musiker verschiedenen Soloinstrumenten und Küchenutensilien von der Maultrommel bis zur Emailleschüssel entlockt. Wort und Trommeltöne treiben einander stimmungsvoll an, treten in einen musikalischen Dialog und werden visuell durch die Einspielung kurzer Filmsequenzen untermalt.

Fotos: Erika Mayer